Währungsrisiken

KPMGnews
Währungsrisiken
15. Juli 2009 

Eine schweizweite Untersuchung von KPMG hat ergeben, dass die Absicherung des Transaktionsrisikos heute die Norm ist. Aber nur zwei der 21 befragten Unternehmen gaben an, aktiv Vorkehrungen zur Absicherung des ökonomischen Risikos eingehen. Verbesserungspotential gibt es auch in den Prozessen des Währungsmanagement.

 

Im Rahmen der seit Mitte letzten Jahres andauernden Finanzkrise hat die Volatilität an den Währungsmärktengravierend zugenommen. Die erheblichen Auswirkungen auf die Gewinnsituation von Unternehmen lässt sich gut an folgendem Beispiel darstellen: Ein Produkt zu einem Preis von 10 CHF und Produktionskosten von 9 CHF würde bei einem Kurs von USD/CHF 1.099, 9.1 Dollar kosten. Nach Abzug der Kosten von 8.19 Dollar würden
10% Gewinn in Höhe von 1 CHF bleiben. Bei einem Kursrückgang von 5% auf 1.044, würde der Gewinn ohne Absicherung um 50% sinken. Um Unternehmen eine vergleichende Möglichkeit zur Optimierung des eigenen Risikomanagements zu geben, hat KPMG mit 21 Schweizer Unternehmen eine Benchmarking-Untersuchung durchgeführt. In den letzten Jahren haben immer mehr Unternehmen gelernt, dass Risiken, die durch Wechselkursänderungen entstehen, nicht als unvermeidbares Risiko der unternehmerischen
Tätigkeit hingenommen werden müssen, sondern grösstenteils kalkulierbar, begrenzbar und beherrschbar sind. Viele haben das Währungsrisiko als Teil ihres Unternehmensrisikos akzeptiert, welches wie beispielsweise Produktion oder Absatz gesteuert und gestaltet werden kann. Dies zeigt sich besonders daran, dassbei den befragten Unternehmen, CFO und Group Treasurer Rede und Antwort standen.


Die schweizweite Untersuchung hat rgeben, dass die Absicherung des Transaktionsrisikos heute die Norm ist. Knapp ein Viertel der Unternehmen sichern teilweise das Translationsrisiko ab. Ferner hat sich herausgestellt, dass nur zwei der befragten Unternehmen aktiv Vorkehrungen zur Absicherung des ökonomischen Risikos eingehen. Da Wechselkursänderungen in nicht unwesentlichem Masse mittel- und langfristige Auswirkungen auf die relative Wettbewerbsposition eines Unternehmens haben können, sollte dem ökonomischen Risiko aus strategischer Sicht ein höherer Stellenwert zugeschrieben
werden. Keines der befragten Unternehmen sichert alle drei Risikoarten ab.
Auch die Prozesse im Währungsmanagement lassen sich bei einigen Unternehmen noch optimieren. So verzichten mehrere der Befragten darauf, ihre Strategie zur Absicherung von Währungsrisiken regelmässig zu hinterfragen. Eine schweizweite Untersuchung von KPMG hat ergeben, dass die Absicherung des Transaktionsrisikos heute die Norm ist. Aber nur zwei der 21 befragten Unternehmen gaben an, aktiv Vorkehrungen zur Absicherung des ökonomischen Risikos eingehen. Verbesserungspotential gibt es auch in den Prozessen des Währungsmanagement. Die hierin enthaltenen Informationen sind allgemeiner Natur und beziehen sich daher nicht auf die Umstände einzelner Personen oder Rechtsträger. Obwohl wir uns bemühen, genaue und aktuelle Informationen zu liefern, besteht keine Gewähr dafür, dass diese die Situation zum Zeitpunkt der Herausgabe oder eine zukünftige Sachlage widerspiegeln. Die genannten Informationen sollten nicht ohne eingehende Untersuchung und
eine professionelle Beratung als Entscheidungs- oder Handlungsgrundlage dienen.


Die eigentliche Absicherung selbst erfolgt oftmals vielfach zu spät, das heisst, nachdem das Risiko bereits eingetreten und erfasst worden ist. Überraschend ist schliesslich die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen kein regelmässiges Reporting der Risikotragfähigkeit kennt. Diese Unternehmen laufen Gefahr, zu hohe Risiken im Verhältnis
des zur Verfügung stehenden Risikokapitals in die Bücher zu nehmen. Die Absicherung von Währungsrisiken ist ein komplexes Thema, das sich zudem ständig verändert. Richtlinien und Prozesse, die heute richtig sind, können sich schon morgen als nicht mehr angemessen erweisen. Es ist deshalb unerlässlich, Strategie und Methoden im Währungsmanagement
laufend weiterzuentwickeln. Angesichts deer veränderten Marktsituation sowie der finanziellen Tragweite von Währungsrisiken müssen Unternehmen dieser Aufgabe weiterhin die erforderliche Aufmerksamkeit schenken. Denn gerade für Schweizer Industrieunternehmen, die stark exportorientiert ausgerichtet sind, stellt das Währungsmanagement eine zentrale Rolle im Risikomanagement dar.